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Fachkräftemangel in Deutschland in der Medizinbranche

Bedeutung und Relevanz des Fachkräftemangels in Deutschland

Fachkräftemangel besteht, wenn einem Unternehmen nicht ausreichend Personal zur Verfügung steht, das bestimmte, für die Ausübung der Arbeitstätigkeit relevante Qualifikationsanforderungen erfüllt. Die Qualifikationsanforderungen beziehen sich dabei auf Fachkenntnisse, die durch akademische Bildung oder vorherige Berufserfahrung erworben worden sein könnten. Dabei folgt aus der entstehenden Fachkräftelücke im Regelfall eine Minderung der Wirtschaftskraft des Unternehmens, sodass es durch das Fehlen der benötigten Fachkräfte zu einem Ertragsverlust kommt.

Tatsächlich fehlen in Deutschland derzeit Zehntausende Fachkräfte in diversen Berufsfeldern. Dies spiegelt sich unter anderem in dem Fachkräfteindex wider, der die Nachfrage nach Fachkräften in Deutschland auf der Grundlage der monatlichen Stellenausschreibungen für Fachkräfte in Punkten angibt. Dieser Index lag im Januar 2018 bei insgesamt 181 Punkten, während er noch im Dezember 2016 bei nur 142 gelegen hatte. Prognostiziert wird aktuellen Studien zufolge für die kommenden Jahre, dass in Deutschland bis 2020 branchenübergreifend knapp zwei Millionen Fachkräfte fehlen werden. Bis zum Jahr 2040 sollen es bereits mehr als drei Millionen sein.


Statistik: Entwicklung des Fachkräfteindex in Deutschland von Januar 2017 bis Januar 2018 (Index: Durchschnitt 2013 = 100) | Statista

Fachkräftemangel in der Medizinbranche

In der Medizinbranche hat der Fachkräftemangel nicht nur – wegen der Wichtigkeit des Sektors für Wirtschaft und Gesellschaft – besonders starke Auswirkungen, sondern er ist auch zahlenmäßig überaus signifikant: Der größte Fachkräftemangel ist im Jahr 2018 unter anderem in den Berufsfeldern Pflege und Arzthelfer sowie Ärzte zu verzeichnen. Mit HR und Naturwissenschaften befinden sich zwei mit der Medizinbranche verwandte Bereiche ebenfalls unter den besonders von der Fachkräftelücke betroffenen Berufsfeldern.


Statistik: Fachkräfteindex in Deutschland nach Berufsfeldern im Januar 2018 | Statista


Wie aktuelle Studien zeigen, ist die Gesundheitsbranche am stärksten von dem in Deutschland bestehenden Fachkräftemangel betroffen. Im Jahr 2030 sollen bereits 3,4 Millionen Menschen pflegebedürftig sein; Fachkräfte für diese Personenzahl stehen jedoch nicht zur Verfügung. Ähnlich verhält es sich bei der Zahl der Ärzte: Bundesweit ist der Bedarf an Ärzten sehr hoch, jedoch stehen aufgrund der zurückgehenden Zahl vorhandener Ärzte bei gleichzeitig steigender Zahl versorgungsbedürftiger Patienten, die vor allem durch das zunehmende Durchschnittsalter der Deutschen bedingt wird, nicht genügend entsprechende Fachkräfte bereit.


Statistik: Prognostizierte Entwicklung der Altersstruktur in Deutschland von 2010 bis 2050 (in Millionen Einwohner) | Statista


Bemerkenswert ist laut aktuellen Prognosen, dass Deutschland auch in den kommenden Jahren nicht eigenständig in der Lage sein wird, die Fachkräftelücke insbesondere im medizinischen Bereich zu schließen. Daher ist es erforderlich, ausgebildetes Fachpersonal aus dem Ausland zu akquirieren, um vor Ort den Bedarf decken zu können. Die Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter aus dem Ausland steigt sukzessive; von besonderer Wichtigkeit ist jedoch auch die Qualifikation dieser Menschen, die es weiterhin zu optimieren gilt.

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